Behandlungsspektrum

Wurzelkanalbehandlung

Der Grund hierfür kann sein:
• tiefe Karies, die bereits den Zahnnerv, die Pulpa, erreicht hat
• akute Wurzelentzündung, die mit starken Schmerzen einher geht und meist durch eine tiefe Karies verursacht wird
• eine chronische Wurzelentzündung, die meist unbemerkt bleibt oder nur unterschwellig wahrgenommen wird und zufällig bei einer Röntgenuntersuchung diagnostiziert wird
• das Wiederaufflammen einer zuvor behandelten Wurzelentzündung

Das Ziel der Wurzelbehandlung ist die Reinigung und Desinfektion des ehemals von Weichgewebe gefühlten Hohlraumes im Zahn und die anschließende dichte Versiegelung desselbigen mittels einer Wurzelfüllung. Hierzu stehen diverse Methoden und Techniken zur Verfügung; allgemein lässt sich sagen, dass die Wurzelbehandlung generell zu den aufwändigsten und schwierigsten Behandlungen in der Zahnmedizin gehört und viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Know-How erfordert, um zu einem erfolgreichen Abschluss der Therapie und somit einem langfristigen Zahnerhalt mit allen positiven Folgen zu gelangen.

Die klassische Methode ist die Aufbereitung der Kanalsysteme "von Hand", was bedeutet, dass die Reinigung und für die Wurzelfüllung notwendige Formgebung mittels kleiner Stahlfeilen erfolgt, die mit den Fingern in den betreffenden Zahn eingebracht werden. Die Stahlfeilen sind dabei sehr starr und es kann bei der Aufbereitung zu Veränderungen des natürlichen Kanalverlaufes kommen, wie z.B. Stufen, die dann nicht mehr überwunden werden können, bis zu, im Extremfall, Perforationen der Wurzel, die zur Extraktion des Zahnes führen können.

Wichtig ist die Erschließung der Wurzelkanäle auf voller Länge, also bis zur Wurzelspitze. Daher muss die Länge des Zahnes ermittelt werden, hierbei gelt es um Bruchteile von Millimetern. Bei der klassischen Methode wird die Länge anhand eines oder mehrerer Röntgenbilder bestimmt, bei denen Feilen in den Zahn eingebracht werden, so dass die Länge errechnet werden kann. Dieses Vorgehen ist insoweit fehleranfällig, als dass es sich bei der Röntgenaufnahme um ein 2dimensionales Abbild eines 3dimensionalen Körpers handelt, dass sich der Röntgenfilm bei der Aufnahme knicken bzw. verbiegen kann und dass die Rechenmethode mit Näherungswerten arbeitet und keine ganz exakten Messungen erlaubt.

All die vorgenannten Gründe ,,verzerren" die realen anatomischen Strukturen und sind Ursachen für Ungenauigkeiten, die letztlich zum Misserfolg dieser Methode und zu weiteren Maßnahmen wie z.B. Wurzelspitzenresektion oder Extraktion des Zahnes führen kann.

Die klassische Wurzelfüllung zu guter Letzt ist die Methode der sogenannten lateralen Kondensation. Hierbei wird jeweils ein fester Wurzelfüllungsbestandteil (Guttapercha, ein kautschukähnliches Produkt) mit einem pastenartigen Bestandteil, dem Sealer, in den Wurzelkanal eingebracht und mit Stahlinstrumenten derart verdichtet, dass es an die Kanalwand angepresst wird. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt bis der Kanal augenscheinlich dicht abgefühlt ist; da die Kanäle aber so gut wie nie perfekt rund ausgestaltet sind, schon gar nicht nach der Aufbereitung von Hand, und noch viele kleine Nischen und Winkel aufweisen,sind auch dieser Methode deutliche Grenzen gesetzt, was die Dichtigkeit und somit die Erfolgswahrscheinlichkeit der Behandlung über einen längeren Zeitraum betrifft.

Die moderne Wurzelbehandlung setzt auf hochtechnische, maschinelle Unterstützung in allen Phasen der Therapie. So wird die Erschließung und Aufbereitung der Wurzelkanäle mittels eines drehmomentgesteuerten Motors mit Nickel-Titan-Feilen, die extrem flexibel sind und sich dem natürlichen Kanalverlauf äußerst gut anpassen, durchgeführt und sowohl vor als auch während der Aufbereitung ständig auf die Einhaltung der korrekten Länge überprüft. Diese Messung erfolgt elektrometrisch, was bedeutet, dass über eine kleine Mess-Elektrode die körpereigenen Ströme/Widerstände erfasst werden und so der exakte Endpunkt der Aufbereitung mit einer hohen Zuverlässigkeit bestimmt werden kann.






Die moderne Wurzelfüllung ist die Methode der warm vertikalen Kompaktion. Hierbei wird im ersten Schritt ebenfalls Guttapercha mit einem Sealer in den Kanal eingebracht, dann aber mit einem erwärmten Instrument ,,verflüssigt" und in Richtung der Wurzelspitze verdichtet, so dass ein dichter Abschluss entsteht. Der Rest des Kanals wird schrittweise mit erwärmter, verflüssigter Guttapercha ,,aufgespritzt" und jeweils beim Erkalten und Verfestigen mit speziellen Instrumenten, den sogenannten Pluggern, verdichtet.


 

Laser

Die nahezu schmerzlose, angenehmeremoderne Wurzelbehandlung wird durch den Einsatz des Lasers unterstützt. In diesen Fällen dient der Laser zur Sterilisation der behandelten Wurzelkanäle, um späteren Infektionen vorzubeugen. Auch bereits erfolglos operierte Zähne lassen sich so ggfs. noch erhalten. Es erscheint wissenschaftlich bewiesen, dass der Laser die Wirksamkeit der desinfizierenden Spülungen auf das 10fache erhöht. Zudem konnte eine beschleunigte Heilung und Regeneration der Knochendefekte nachgewiesen werden.

All dies führt mit einer vorhersagbar höheren Wahrscheinlichkeit zum Erfolg und somit zum langfristigen Erhalt des Zahnes.